Sonntag, 23. Januar 2011

Fich-Stäben und Pommes

... ruft Yuni, wenn es ums Essen geht. Sie hat schnell verstanden, was es hier in Neuseeland im Überfluss zu essen gibt. Und viel mehr scheinen die Kiwis hier auch nicht zu essen. Ich habe schon lange nicht mehr so viel Übergewichtige gesehen. Egal ob Erwachsene oder Kinder – die Menschen hier sind nicht einfach nur dick, sondern FETT.

Gute einfache Küche scheint man hier kaum zu kennen. Was einen wundert, wo es doch so viel frisches Gemüse und Obst zu kaufen gibt, und das nicht nur im Supermarkt, sondern gleich am Straßenrand. Immer wieder sehen wir Verkaufsstände wo es frische Maiskolben, Süßkartoffeln, Pflaumen, Avocados, Zucchini usw. zu kaufen gibt, noch dazu billiger als im Supermarkt.

Wenn wir mal zwischendurch aufs Kochen verzichten wollen, müssen wir uns genau überlegen, wo wir essen gehen. Mit Kids ist das nicht immer so einfach. Der Große probiert wenigstens mal was Neues aus. Die Kleine ist da schon komplizierter. Wenn es in Lokalen Kinder-Menüs gibt, dann ist es in der Regel Fish `n`Chips (Pommes und Backfisch) oder statt Backfisch frittierte Hähnchenschnitzel.

Was sind wir nur für schreckliche Eltern geworden! 
Unser Konsum an frittierten Essen ist um mindestens 1000 Prozent gestiegen. Und nach unserem Stop bei Burger King heute (es gab auf unserer sehr laaangen Fahrt leider nichts anderes in dem Dorf, wo wir gelandet sind – keine Ausrede, ist so), habe ich ein Pommes- und Fisch-Stäbchen-Verbot ausgesprochen. Und wenn es bedeutet, dass wir selbst mehr kochen müssen. Aber wenn wir nicht wie kugelrunde Kiwis nach Berlin zurückkehren wollen, dann müssen wir ab heute konsequent gesünder essen. Was uns eigentlich bei den guten Sachen, die es gibt, nicht schwerfallen sollte.

Was noch?
Es regnet – nein – es schüttet unaufhörlich wie aus Eimern. Nachdem wir uns gestern im Internet die Wettervorhersage angeguckt haben, haben wir beschlossen, vor dem Regen zu fliehen, weiter in Richtung Süden und sind deshalb heute sehr lang gefahren. Was zum Teil nicht ganz ungefährlich war, denn in den Bergen gab es einige kleine Erdrutsche, die wir vorsichtig umfahren mussten. Nach einer anstrengend langen Fahrt sind wir dann in Wanganui angekommen. Wir hoffen, dass das Wetter morgen ein bisschen besser wird, denn noch ein Tag nur im Wohnmobil und die Kinder drehen durch – und wir auch.

Samstag, 22. Januar 2011

Land der langen weißen Wolke



So nannten die ersten Maori bei ihrer Ankunft das neu-entdeckte Land: Aotearoa. Weil die Inseln oft von Wolken umgeben waren, die fruchtbaren Regen brachten. Nun ja, die weiße Wolke (eigentlich eher grau) haben wir jetzt den zweiten Tag mit Unterbrechungen. Gut der Regen ist nicht kalt zu dieser Jahreszeit, das Trommeln der Tropfen beim Einschlafen ganz romantisch, bei Ausflügen und beim Fahren eher lästig. Die malerische Coromandel-Halbinsel liegt hinter uns, nach einem Übernachtungs-Stopp am endlos langen und leeren Sandstrand von Waihi-Beach haben wir heute Massen von Kiwis gesehen, rundum Kiwis sozusagen.

Waihi-Beach
Kiwi 360 nennt sich auch die Show-Farm in Te Puke, die über Anbau, Herkunft und Nutzen der kleinen Vitamin C-Bomben aufklärt. Inklusive Zuckeltour durch die Plantage und den unvermeidlichen Shop, in dem es alles gibt außer frischen Kiwis.

Sooo groß ist die Kiwi!
Kiwis werden nämlich unreif geerntet, weil sie so bis zu neun Monate gelagert werden können und für das Export- und Handelsgeschäft gezielt der Reifungsprozess gesteuert wird. Schließlich wollen die Supermärkte immer Kiwis parat haben, bis den Rest des Jahres die europäischen Bauern die Lücke schließen. 



Unser Führer: 
„Habt ihr schon mal diesen Mist aus Italien probiert? Solche Früchte würden bei uns ausgeschnitten und kompostiert, schmecken nach nichts.“ 



In Te Puke begann tatsächlich der Siegeszug der „chinesischen Stachelbeere“, so hieß sie früher noch. Ein unzufriedener Obst-Farmer hörte 1937 von einem Nachbarn, der die Früchte von vier Bäumen für sagenhafte 5 Dollar verkauft hatte. Daraufhin besorgte er sich ein paar Pflanzen und stieg als erster kommerziell in den Kiwi-Anbau ein. In den 70ern überschwemmten Farmer aus Te Puke den Weltmarkt mit dieser Neuheit. Bis heute kommen fast alles NZ-Kiwis aus dieser Ecke der Nordinsel. An mannshohen Rebstöcken hängen in weitem Umkreis bis zu 1000 Früchte pro Pflanze. Eine neue gelbe Sorte gibt es auch, die zeitversetzt reift und damit die Marktmacht stärkt. 

Goldene Kiwi
Nächster Halt Rotorua, ein beliebter Ferienort mit vielen vulkanischen Attraktionen: dampfenden Schwefelquellen, Geysiren, Erdspalten und Tropfsteinen. Leider hat man bei dem Wetter nicht viel davon. Doch halt: Ein paar Kilometer vor dem Ort stank es schon mal ordentlich nach faulen Eiern. An manchen Tagen soll die ganze Stadt so riechen. Die Kiwis (jetzt die aufrecht gehenden) haben auch einen Spitznamen für die Stadt: „Rottenrua“ (von engl. „rotten“ – verfault).


Großer Kiwi und Möchtegern-Kiwi

Donnerstag, 20. Januar 2011

Ein Tag für große und kleine Kinder


Der Norden der Coromandel-Halbinsel gilt ein bisschen als Hippie-Ecke. Man merkt das schon im gleichnamigen Ort, die Häuser und Ladenschilder ein bisschen verspielter, mehr Kunsthandwerk in den Schaufenstern. Man könnte natürlich auch sagen, ein Ort für Spinner. Nehmen wir Barry Brickell und seine Schmalspurbahn, die Driving Creek Railway: Ein Töpfer, der sich in den 70ern für ein Spottgeld einen halben Berg mit Tonvorkommen kaufte. Weil er das Rohmaterial für sein Kunsthandwerk aber irgendwie aus dem Urwald ins Tal bringen musste, legte er einfach Schienen den Berg hinauf, in Spiralen, durch Tunnel und manchmal im Zickzack (der Zug fährt dann nach einer Weiche rückwärts die nächste Steigung hinauf und wechselt an der übernächsten Weiche wieder die Fahrtrichtung. Auf so was muss man erstmal kommen.)





Als Barry’s Bankberater ihn um 1990 erinnerte, dass er seinen Kredit irgendwann abzahlen müsse, nahm der Töpfer kurzerhand den Passagierverkehr auf und ab da wuchs ein versponnenes Sightseeing-Kunstprojekt um die Bahn heran mit vielen Tonfiguren und Kiwi-Scherzen im Wald. Endpunkt oben am Berg ist der „Eyefull-Tower“ aus Holz, spricht sich natürlich aus wie die Attraktion in Paris.

Der Eyefull-Tower
2001 war der Kredit abgezahlt, doch Barry’s ursprünglicher Plan den Besucherverkehr aufzugeben, ließ sich nicht aufrechterhalten. Die Firma hatte mittlerweile 10 Mitarbeiter und Tickets fürs nächste Jahr waren auch schon verkauft. Inzwischen ist die „Driving Creek Railway“ auch noch ein Umweltschutz-Projekt, die Gewinne gehen in die Wiederaufforstung des Waldes mit einheimischen Bäumen wie Kauris, die als Jungbäume die Form von Tannen mit Blättern haben.

Anderes Beispiel für nette Spinnereien: Die Waiau Waterworks. Versteckt im Wald stehen allerlei Wasserspiele, die aus Schrott und Alltagsgegenständen gebaut sind und teils von den Besuchern mit Muskelkraft betrieben werden müssen.

Für Kinder bis zum Alter von 84!
Und lehrreich ist es auch noch, man erfährt rund ums Thema Wasser zum Beispiel, dass die armen Leute früher meist ihr jährliches Bad im Mai hatten, weshalb häufig im Juni geheiratet wurde, wenn man noch einigermaßen frisch unter den Achseln war. Wenn nicht, bekam die Braut eben Blumen in die Hand, um freier Atmen zu können. Aha.

Letztes Jahr wurde der Wasserpark zum besten Themenpark Neuseelands gewählt. Das unterschreiben wir ohne weiteres.



Ein Spaß für Kinder jeden Alters und ein beliebter Job für Deutsche auf Work-and-Travel-Trip in NZ. An der Kasse stehen eine junge Frau aus Greifswald und ein junger Mann aus Oranienburg.

Überhaupt ist Kiwi-Land für junge Leute aus aller Welt zur Zeit ein Land der Möglichkeiten. Während junge Neuseeländer wegen des höheren Verdienstes eher nach Australien wechseln, trifft man in Auckland Schuhverkäufer aus Russland, städtische Touristenführer aus Finnland und Brasilien, selbst in Provinzorten findet man Verkäuferinnen aus Polen.
Wie heute Mittag im Mussel Kitchen bei Coromandel, einem Lokal spezialisiert auf Greenlip-Muscheln, eine ziemlich große Miesmuschel-Art. 



Der Kellner spricht Englisch mit mächtigem Akzent.

„Are you Italian? (Sind Sie Italiener?)“
„I am verry, verry Italian. (Isch bin sehrr sehrr Italiener)“

Giovanni aus Ancona hat für einen örtlichen Muschel-Farmer das Lokal vor fünf Monaten aufgebaut und findet Neuseeland super.  

„Wo sonst hat man so eine Lebensqualität?“

Das ist Giovanni
Und so gute und riesige Muscheln.
Wir sind so begeistert, dass wir uns nach der gemischten Muschel-Platte für Zwei (frittiert, süß-sauer, in Weißwein-Soße, mit Tomate-Käse überbacken, mit Ingwer-Essig-Soja-Soße mariniert, Muschelpaste) noch eine Portion gegrillte Muscheln mit Knoblauch-Butter bestellen.



Nach der Muschelschlacht

Übrigens: Hier trinken wir auch den ersten guten Kaffee. Kein Wunder, ist er doch von Maestro Giovanni selbst gebraut.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Fritz is gone!



Heute haben wir „Fritz“ zurückgegeben. So habe ich ihn heimlich getauft, weil ich beim Check-In auf den Campingplätzen immer sein Nummernschild FRZ225 nennen musste. Passte ja auch irgendwie für uns „Germans“. Wir haben ihn schon liebgewonnen, unseren ersten Campervan, mit seiner ehrlich erworbenen Kampfnarbe vorne oben links. Er kämpft sich tapfer jeden Berg hinauf, lässt sich mit seinem Diesel-Motor auch mal quälen. Meist fährt er munter auf Landstraßen im 5. oder 6. Gang, nur beim Anfahren oder am Berg muss man ihn mal kürzer halten/kleiner schalten.

Überhaupt, Fahren in Neuseeland. Wer schon mal Lieferwagen gefahren hat und wer auch schon mal in britisch geprägten Ländern wie Irland oder Schottland Autos bewegt hat, der sollte keine allzu großen Probleme haben, auch wenn so ein Ungetüm ganz schön kopflastig schaukelt.

Die Straßen sind meist gut ausgebaut, der Belag allerdings oft etwas rumpelig (für Berliner auch nicht ungewohnt) mit häufigen Bodenwellen. Beachten sollte man vor allem drei Dinge: LINKS FAHREN, ich wiederhole LINKS FAHREN (und wenn man sich vertut, sollte es morgens vor einem einsamen Campingplatz ohne Verkehr auf der Nebenstraße sein. Man merkt es dann, wenn die Beifahrerin noch mal anhalten will, um schnell etwas in der Kabine zu überprüfen. Irgendwas stimmt dann nicht mit der Anordnung des Fahrersitzes zum Straßenrand). Kreisverkehr: Auf Blinker der anderen Autos achten, um einzuschätzen, ob man losfahren kann (manchmal blinken sie aber auch nicht, und das merkt man meist an einem der ersten Kreisverkehre überhaupt und dann hat man es verinnerlicht). Einspurige Brücken: Auf kleineren Landstraßen ziemlich häufig. Davor stehen ein gelbes Spur-Verengungs-Schild, ein Vorfahrtzeichen mit rotem und weißem Pfeil und auf der Fahrbahn ist in großen Buchstaben ONE LANE BRIDGE aufgepinselt – oder auch nicht. 


Und wenn man mal abgelenkt ist, hat man garantiert den anderen die Vorfahrt genommen (es hilft dann freundlich naiv zu winken, Wohnmobilfahrer haben bei vielen Kiwis einen Dummi-Bonus).

Unser Neuer heißt jetzt ESW983, da muss ich mir noch etwas einfallen lassen.


Im Übrigen ist er ein „Alter“, zumindest nach KEA-Standards, Vorjahresmodell mit über 80.000 Kilometern auf dem Buckel. Die Inneneinrichtung hat sich marginal verändert. Die Küchenplatte ist jetzt Braun, wir haben zwei Schubladen mehr und das große Staufach unter dem Bett ist nicht mehr von außen zugänglich. Beim Gasgeben pfeift der Motor ein bisschen, am Anfang dachte ich erst, die hiesige Polizei braust mi Sirene heran. Dafür ist die Kabine hinten viel leiser. Die Töpfe scheppern nicht so in den Schubladen. Den ersten Test, 180 Kilometer bis Coromandel hat er mit Bravour absolviert. Bei Sonnenschein mit gleich noch viel mehr Spaß. Der Regen gestern wuchs sich bis zum Abend in Whangatau noch zum Zyklon aus. 

Was tut man, wenn es regnet? Lesen mit Papa
Wir haben davon nur gemerkt, dass unser 3,5-Tonner etwas gewackelt hat. Die Nachbarn mussten ihre Zelte gut festhalten.

Heute Abend flammender Sonnenuntergang.



Gepäck!

Seit einer Woche sind wir unterwegs mit dem Camper, seit dem 6. Januar in Neuseeland. Gepackt haben wir für uns alle so, dass die Klamotten für sieben Tage reichen. Also sieben Mal T-Shirts, sieben Mal Unterwäsche, Hosen deutlich weniger und auch Langarm-Shirts viel weniger (vielleicht zwei), weil hier ja Sommer ist.
Irgendwann sagte mir jemand, dass es egal ist, ob man drei Monate oder eine Woche verreist: Man packt immer für eine Woche! Das dachte ich auch. Das war aber falsch gedacht. So oft, wie wir schon gewaschen haben, hätte die Hälfte von allem (!) auch gereicht, zumal wir immer die selben Sachen anhaben.
Dieses Gefühl hatte ich schon beim Packen in Berlin. Hätte ich nur auf mein Gefühl gehört.
(Kommentar von meinem Mann: Diese Aussage finde ich ein bisschen verfrüht, warte mal ab, wie das Wetter im Süden ist. Wir werden sehen!)

Camper-Leben

Das Camper-Leben kann durchaus komfortabel sein – wenn man mit dem Wohnmobil reist. Als Kind sind unsere Eltern oft mit uns nach Holland an die See gefahren zum Zelten. Da hat es mir eigentlich gefallen. Und auch als Studentin hatte ich keine Probleme zu zelten. Diese Zeiten sind vorbei.
Ich genieße die Vorzüge, die unser Wohnmobil bietet. Gerade heute, wo es so windig und regnerisch ist, möchte ich nicht in einem Zelt hocken und mich davor fürchten müssen, dass meine Behausung jeden Moment davon fliegt.

Ich muss nachts nicht mit einer Taschenlampe zur Camping-Platz-Toilette schleichen. Wir haben Strom, wir haben Gas, wir haben eine Mikrowelle, einen Fernseher und DVD-Player (auch wenn wir weder das eine noch das andere brauchen). Die Camping-Plätze, die wir bislang aufgesucht haben, sind recht komfortabel, auch wenn es da Unterschiede gibt. Camping-Plätze der Gruppe Top-Ten zum Beispiel sind ein bisschen „luxuriöser“ ausgestattet, weshalb sie ein wenig mehr kosten als andere. Dafür bieten sie aber mehr. In Russell der Camping-Platz ist so ein Top-Ten-Platz. Von der Anlage her wirkt er wie ein großer privater Blumengarten mit gut gepflegtem Rasen, der auch noch einen Spielplatz für Kinder hat. In der riesigen Gemeinschaftsküche, findet man neben einigen Herdplatten, Toastern und Wasserkochern, Spülbecken auch Kühlschränke, wo die Zelt-Camper ihre Lebensmittel in beschrifteten Dosen lagern können. Außerdem sind dort zwei Computer mit Internet-Anschluss (kostet), ein großer Fernseher und natürlich Essgelegenheiten. Tische und Stühle gibt es drinnen wie draußen. Ach ja, natürlich darf der Grill nicht fehlen. In Russell gibt es insgesamt drei große Gas-Grill-Plätze, die schon morgens genutzt wurden. Die Neuseeländer frühstücken eben wie die Engländer oder auch Amerikaner: Gebratener Speck und/oder Würstchen gehören einfach dazu. Es gibt außerdem Waschmaschinen, Wäschetrockner, etliche gut gepflegte Duschkabinen, sogar Baby-Badewannen haben sie in der Damentoilette.

Montag, 17. Januar 2011

Offline und Strand!

Zwei Tage waren wir offline. Kein Internet, keine Emails! Faul sein und das schöne und sehr heiße Sonnenwetter nutzen. Wir haben uns einfach mal anderthalb Strandtage gegönnt und zwei Nächte auf dem selben Camping-Platz in Tauranga verbracht, der gleich am Strand liegt. Wir, Achim und ich, hatten Spaß in hohen und wilden Wellen, für die Kinder war es zu gefährlich. Stattdessen haben Min-Oh und Yuni am Strand gespielt, Steine und Muscheln gesammelt, in UV-Schutz-Shirts, denn in Neuseeland brennt die Sonne ziemlich heiß runter. 






Dafür haben wir heute unserer Haut eine Sonnenpause gegönnt, denn seit der vergangenen Nacht regnet es. Ein feiner warmer Nieselregen, sanft wie eine Sommerdusche. Leider kühlt es nicht ab, sondern es ist wahnsinnig schwül. Gefühlte Luftfeuchtigkeit: 80 Prozent. Die Luft ist so dick, als könne man sie durchschneiden. Wir laufen durch Nieselwolken hindurch, schwitzen und kleben. Angeblich soll es in den nächsten Tagen sogar einen Sturm geben. Aber wie definieren die Kiwis hier Sturm? Wir werden sehen.

Heute sind wir in Russell angekommen. Eine nette kleine Stadt, die offensichtlich gerne besucht wird von den eher wohlhabenderen Kiwis. Man kann es an den Autos und an den Ferienhäusern sehen. Ob wir morgen noch hier sein werden oder gleich nach Auckland zurückfahren, um dort unseren beschädigten Camper-Van umzutauschen, wissen wir noch nicht. Das Wetter entscheidet. 

Was gibt es noch?

Ach ja, wir haben die besten "Fish 'n' Chips" (Backfisch mit Pommes) unseres Lebens gegessen im Mangonui Fish-Shop, Min-Oh kann Schleife binden, Yuni hat Gefallen gefunden an Eis. Sie läuft sogar barfuß über die Wiese, fand sie bislang eher eklig. Min-Oh hat Cricket gespielt und einen neuen deutschen Freund gefunden: Jonathan, Austauschschüler aus Berlin Wilmersdorf, 17 Jahre alt, sehr nett. So nett, dass er sich sogar schon als Babysitter angeboten hat. Super!